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Klein- und Groß-Steinheim hatten, wie alle anderen Städte und Gemeinden auch, während des Krieges unter großem Nahrungsmittelmangel zu leiden. Ausgelöst durch die englische Blockade, wurde die Folgen, je länger der Krieg dauerte, immer schlimmer. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, außer einigen Landwirten, waren auf die amtliche Zuteilung, welche völlig ungenügend war, angewiesen. Monatelang war kein Rind- oder Schweinefleisch erhältlich. Öle und Fette waren aus den Läden verschwunden, ebenso Genußmittel wie Tee, Kaffee, Schokolade und Tabakwaren. Brot war kaum genießbar, da es aus allen möglichen Stoffen bestand. In den Zeitungen erschienen täglich Empfehlungen, wie man z.B. Brot strecken oder Ersatzbutter herstellen kann. Die Einwohner wurden aufgefordert wildwachsendes Gemüse (Sauerampfer, Schafgarbe, Brennessel oder auch Löwenzahn) zu sammeln. Hauptnahrungsmittel waren in den schlimmsten Zeiten Graupen und Kohlrüben. Von staatlicher Seite gab es Erlasse, die es z. B. Verbot, Kartoffeln oder auch Brotgetreide an das Vieh zu verfüttern. Auch wurden Höchstpreise für diverse Lebensmittel, wie Obst u.s.w., festgelegt. Um die Zuteilung der Lebensmittel zu organisieren, wurden 1915 Brot-, Mehl- und Fleischkarten eingeführt. Im April 1917 gab dann die Gemeinde Klein-Steinheim zusätzlich noch Lebensmittelkarten aus.
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