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In Europa ging man am Anfang des Kriegs fälschlicherweise davon aus, daß der Krieg von nur kurzer Dauer sei. Ebenso unterschätzte man völlig welche Werte und Mittel der Krieg verschlingen würde. Schon kurz nach Beginn des Krieges mußte in allen beteiligten Ländern die Produktionsleistung um ein mehrfaches gesteigert werden, um den ungeheuren Bedarf zu decken. In Deutschland machte sich zusätzlich der Mangel an kriegswirtschaftlichen Rohstoffen bemerkbar. Es gab kaum noch Einfuhren von wichtigen Rohstoffen. Aber auch die Zivilbevölkerung spürte sehr schnell den Mangel, denn vieles wurde sehr schnell knapp. Das Kriegsministerium richtete deshalb sehr bald eine Rohstoffbewirtschaftungsstelle ein, die sofort alle Vorräte erfasste, beschlagnahmte und sie den Betrieben zuführt, zusätzlich tat man alles um an die so wichtigen Rohstoffe heranzukommen. Die Bevölkerung wurde zu Sammelaktionen aufgerufen bei der alles Verwertbare gesammelt wurde.
So kam es dann, dass man am 30. Juli 1917 in Groß-Steinheim die zwei größten Kirchenglocken der evangelischen Kirche herab nahm, um sie der Kriegswirtschaft, ebenso wie die Zinnpfeifen der Orgel, zu zuführen.
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