Steinheimer Geschichte ganz kurz

Ende des 1. Jhdts. n. Chr. - Bau einer römischen Holzbrücke über den Main. Im Gebiet des südlichen Brückenkopfs entsteht eine römische Siedlung

230- ca. 260 n. Chr. - In den Kämpfen mit den germanischen Alemannen, die über den Limes geht diese Siedlung unter.

Um 500 - Die Alemannen werden von den germanischen Franken verdränkt. Irgendwann danach entsteht die fränkische Siedlung Steinheim. Die Endung -heim weist auf eine Gründung durch die Franken.

Um 800 - Nach der Sage hat Ida, eine Tochter oder Schwester Kaisers Karls des  Grossen, das Schloß Steinheim gegründet.

1222, 19. Dezember - Erstmals wird die Burg Steinheim in einer in Mainz ausgefertigten Urkunde genannt.

1320, 4. Dezember - König Ludwig der Bayer macht dem Gottfried von Eppstein seine Dörfer Steinheim und Delkenheim zu Städten. Er gestattet ihm, diese Dörfer auszubauen und zu befestigen.

1371, 31. Mai - Eberhardt von Eppstein verpfändet Burg und Stadt Steinheim samt Zubehör an Ulrich von Hanau. Bis zum Verkauf an Kurmainz folgen noch eine Reihe von Verpfändungenan die Herren von Hanau, von Katzenelnbogen und von Kronberg. In dieser Urkunde wird auch ein Unterschied zwischen Groß- und Klein- (Nieder) Steinheim gemacht.

1425, 23. April - Schloß und Stadt Steinheim samt Zubehör werden an den Mainzer Erzbischof verkauft.

1530 - Schlimmes Pestjahr; in der Stadt und in Niedersteinheim stirbt ein großer Teil der Bevölkerung.

1618-1648 - Im Dreißigjährigen Krieg lagen sich mit Hanau (evangelisch) und Steinheim (katholisch, kurmainzisch, kaiserlich) zwei starke feindliche Festungen gegenüber. Es kommt dabei immer wieder  zu gegenseitigen Belagerungen und Besetzungen.

1789 - beginnt die Französische Revolution. Daraus ergibt sich eine Folge von Kriegen. Für Steinheim ist es eine Zeit vieler Einquartierungen und Durchmärsche. Am Ende dieser Epoche steht die Schlacht bei Hanau 1813. In dieser Schlacht versucht der bayrische General Fürst Wrede mit Bayern und Östreichern die bei Leibzig geschlagene Armee Kaiser Napoleons abzufangen. Dies mißlingt ihm.

1802 - Steinheim wird hessisch.

1832 - Steinheim kommt zu dem Landkreis Offenbach.

1870/71 - Der deutsch-französische Krieg. 91 Männer aus Steinheim nehmen teil, 59 Groß-Steinheimer und 32 Klein-Steinheimer. Aus Groß-Steinheim fallen 3 Männer und einer wird verwundet, aus Klein-Steinheim fallen 2 Männer.

1871, 18. Januar - Das Zweite deutsche Kaiserreich wird gegründet.

1873, 15. November - Die Eisenbahnverbindung Offenbach-Steinheim-Hanau nimmt ihren Betrieb auf, damit wächst das an der Bahn liegende Klein-Steinheim stärker.

1909, 3. Oktober - Zum ersten Mal fährt die elektrische Straßenbahn von Hanau bis Groß-Steinheim.

1911, 15. Oktober - Auf dem Marktplatz in Groß-Steinheim wird das Friedensdenkmal eingeweiht. Geschaffen wurde es von Prof. Georg Busch und gestiftet von dem jüdischen Groß- Kaufmann Louis  Meyer-Gern-Gross.

1914-1918 - Der erste Weltkrieg. In dem Krieg fallen viele Groß- und Klein-Steinheimer Bürger. Unter den Gefallenen sind auch sieben jüdische Soldaten. Die unmittelbaren Nachkriegsjahre bringen wirtschaftliche Not, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und eine immer mehr ansteigende Geldentwertung.

1933, 30. Januar - Hitler wird Reichskanzler und die seitherigen Bürgermeister von Groß- und Klein-Steinheim werden aus ihren Ämtern entfernt.

1938 - Mit Wirkung vom 1. April vereinigt der Gauleiter des Gaus Hessen-Nassau der NSDAP und Reichsstatthalter von Hessen, Groß- und Klein-Steinheim zu einer Gemeinde mit dem Namen Stadt Steinheim.

1939, 1. September - Beginn des zweiten Weltkriegs.

1939, 25. Dezember - Adolf Hitler besucht eine im Steinheimer Quartier liegende Einheit, die den Namen seines Weltkriegsregiments “List” führt. In der Gaststätte “Mainterrasse” trifft er mit einer Abordnung des Regiments zusammen.

1940, 17. April - Die Steinheimer Ratsherrn beschließen das aus jüdischen Mitteln erstellte Friedensdenkmal zu  entfernen.

1940-1945 - Bombenangriffe auf Hanau fordern auch in Steinheim mehrere Opfer. Der Bombenangriff am
19. März 1945 zerstört Hanau fast völlig auch in Steinheim werden 5 Menschen getötet.

1945, 25. März - Die beiden Mainbrücken nach Hanau werden gesprengt. Die ersten Amerikaner treffen ein.

1946 - 27. Januar die erste Wahl findet statt (Gemeindewahl).

1947 - Die wiederhergestellte Eisenbahnbrücke wird in Betrieb genommen.

1948, 21. Juni - Die Währungsreform. Mit ihr beginnt die wirtschaftliche Besserung.

1965, 17. November - Wiedereinweihung des Friedensdenkmals.

1974, 1. Juli - Mit Wirkung von diesem Tag hat der hessische Landtag im Rahmen der Gebietsreform die Eingemeindung Steinheims in die Stadt Hanau gesetzlich beschlossen.

Quelle: Steinheim - Denkmäler und Geschichte, von Wilhelm Bernhard Kaiser, 1991