Kriegsgefangene in Steinheim

Während den Kämpfen des Ersten Weltkrieges wurden Tausende von Gefangenen gemacht. Anfäng-
lich wurde diese in der sicheren Etappe, später jedoch auch im frontnahen Einsatz, zu diversen Arbeiten herangezogen (Bau von Straßen, Eisenbahntrassen u.s.w.). Aber auch in der Heimat fiel jede Menge Arbeit an, z.B. bei der Feldbestellung und bei den Erntearbeiten. Für diese landwirtschaft-
lichen  Arbeiten wurden dann oft Kriegsgefangenen eingesetzt.

Auch in Steinheim arbeiteten französische, englische und russische Kriegsgefangene. Sie waren anfangs im Groß-Steinheimer Rathaus und später im Gasthaus “Darmstädter Hof” untergebracht. Wieviele Kriegsgefangene in Steinheim waren, ist nicht genau zu ermitteln. Die Volkszählung für das  Jahre 1916 gibt nur einen Kriegsgefangenen an. Die genaue Anzahl dürfte jedoch um einiges höher liegen.

Ein Kriegsgefangener?

Die Kartenrückseite ist wie folgt beschrieben:
Von links: Offz. Müller, G. Winter, sitzend Albin Herty, Fritz Schaffrath, Michael Herty,
 Marco ein Russe 1914/15

Quelle: Nachlaß der Fam. Herty

In der hiesigen Presse wurden in dieser Zeit, verschiedene Verhaltensmaßregeln bekannt gegeben.

Verkehr von Frauen und Mädchen mit Kriegsgefangenen

Steinheimer Anzeiger 16. Januar 1916

Blechmarken für Kriegsgefangene

Steinheimer Beobachter 14. Juli 1916

Ein Wachtmeister erwicht einen entwichenen Kriegsgefangenen

Steinheimer Anzeiger 19. April 1917